Es wird beantragt, dass der Stadtrat folgenden Beschluss fasst:

1. Die Stadt Unterschleißheim fordert die Deutsche Bahn auf, die Gehsteige auf beiden
Seiten des S-Bahnhalts Unterschleißheim auf gesamter Bahnsteiglänge in einer Breite
von mindestens 4,90 Metern zu bepflastern, um dessen sichere Nutzung zu
gewährleisten.

2. Die Stadt Unterschleißheim fordert die Deutsche Bahn auf, die Treppenaufgänge im
Bereich der Unterführung Berglwaldstraße mit einer Überdachung zu versehen, um
sicherzustellen, dass die steilen Treppen zur Winterzeit vor Schnee und Eis geschützt
sind.

3. Die Stadt Unterschleißheim führt Verhandlungen mit dem Ziel, dass die Deutsche Bahn
die Kosten für die nutzerfreundlichere und sichere Gestaltung ihrer Bahnsteige nach
Möglichkeit selbst trägt. Sollten die Verhandlungen mit der Bahn jedoch zu keinem
Erfolg führen, trägt die Stadt die insoweit anfallenden Mehrkosten im Interesse ihrer
Bürgerinnen und Bürger. Der Stadtrat ist nochmals mit der Angelegenheit zu befassen,
wenn absehbar ist, ob und ggf. welche Mehrkosten für die Stadt anfallen.

Begründung:
Zahlreiche Bürger monieren zu Recht, dass die beiden Bahnsteige beim S-Bahnhof
Unterschleißheim nach dem barrierefreien Ausbau im nicht überdachten Bereich schmäler sind
als früher. Bei einer Breite des bepflasterten Bereichs von 2,90 Metern abzüglich 1, 20 Meter
Sicherheitsstreifen verbleiben nur noch 1, 70 Meter Bahnsteigbreite für die wartenden Fahrgäste.
Angesichts von mehreren hunderten Fahrgästen zu Stoßzeiten ist diese Bahnsteigbreite völlig
unzureichend. Im überdachten Bereich sind die Bahnsteige bis zu einer Breite von 4,90 Metern
bepflastert.

Insbesondere zu Stoßzeiten ist es aufgrund der hohen Nutzung häufig nicht mehr möglich, den
Bahnsteig sicher zu durchlaufen, ohne in den geschützten Sicherheitsstreifen zu treten. Vor allem
für Schutzbedürftige (minderjährige Schüler, Menschen mit Behinderung etc.) entstehen durch
die zu schmalen Bahnsteige inakzeptable Gefahrensituationen – zumal die Bahnstrecke durch
vorbeifahrende Züge stark frequentiert ist. Eine Verbreiterung des bepflasterten Bereichs sollte
noch vor Abschluss der Bauarbeiten durchgeführt werden, um den Fahrgästen zusätzliche
Baumaßnahmen zu ersparen.

Ferner liegt es im Interesse einer sicheren Nutzung des S-Bahnhofs, wenn beide Treppen im
Bereich Berglwaldunterführung mit einer Überdachung versehen und dauerhaft vor Schnee und
Eis geschützt werden. Leider hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Reinigung dieser
Treppen bei Schnee und Eis nicht oder jedenfalls nicht ausreichend erfolgte.

An und für sich wäre es Aufgabe der Bahn, für einen verkehrssicheren und nutzerfreundlichen
Zustand ihrer Bahnsteige zu sorgen. Die Stadt sollte deshalb primär in Verhandlungen/
Gesprächen mit der Bahn darauf hinwirken, dass sie die angeführten Maßnahmen auf eigene
Kosten durchführt. Sollte die Bahn jedoch keinerlei Entgegenkommen zeigen, darf eine
nutzerfreundliche und verkehrssichere Ausgestaltung daran nicht scheitern. Nachdem sich die
Stadt bislang schon in Millionenhöhe am barrierefreien Ausbau beteiligt, dürfen die im Antrag
genannten Zusatzmaßnahmen nicht am finanziellen Mehraufwand scheitern. Eine endgültige
Entscheidung des Stadtrats soll allerdings erst nach Durchführung von Gesprächen mit der Bahn
und nach Vorlage einer Schätzung der Mehrkosten erfolgen.

Unterschleißheim,26.01.2019

Mit freundlichen Grüßen
Dr. jur. Manfred Riederle
Stadtrat FDP
Brigitte Weinzierl
Stadträtin CSU – Umwelt- und-Verkehrsreferentin
Dr. Friedrich Kiener
Fraktionsvorsitzender CSU
Stefan Krimmer
Stadrat CSU – 2. Bürgermeister